Vertieft man sich in die osmanisch-türkische
Küche, stößt man schnell auf Grenzen - zeitlicher Art. Vieles, was
dem dankbaren Gast in der Türkei angeboten wird, hat die Hausfrau
Stunden, wenn nicht Tage gekostet. Daher sind wir - in dem Bemühen
weitgehender Beibehaltung der Originalrezepte - schon auf ein paar
Vereinfachungen gestoßen, die wir für sinnvoll erachteten.
So muß für ein Istanbul Pilavi nicht unbedingt erst aus einem
Huhn eine Hühnersuppe fabriziert werden, nur, weil man eben diese
Suppe für dieses traditionelle Hochzeitsessen benötigt (in letzter
Zeit gehe ich allerdings wieder dazu über, genau dies zu tun, obwohl
der Aufwand ungleich höher ist). Für das Pilavi wird benötigt:
eineinhalb große Tassen Patna-Reis
drei Eßlöffel
Suppennudeln
drei Eßlöffel gehobelte oder gehackte Mandeln
ein
Löffel Butter
gut drei große Tassen Hühnersuppe
200 g
Hühnerfleisch
eine Handvoll Erbsen (tiefgekühlt)
ein bis zwei
Eßlöffel Pistazienkerne
Salz und Pfeffer
Safran oder Curcuma
Die Suppennudeln und die Mandeln werden im Topf zunächst in der
Butter leicht angebraten, anschließend kommt der Reis hinzu, auch
dieser wird unter ständigem Umrühren solange angebraten, bis die
Reiskörner anfangen aufzuplatzen. Nun sollte man den Topf von der
heißen Platte nehmen und mit der Hühnersuppe ablöschen. Topf wieder
aufstellen, Temperatur zurücknehmen, die Erbsen, das Hühnerfleisch
und die Pistazienkerne zugeben (wer es noch exotischer mag, kann
drei Eßlöffel Korinthen hineintun), mit einer Spitze Safran oder
Curcuma versehen, würzen und das ganze etwa 20 Minuten auf kleiner
Flamme köcheln lassen. Vorsichtig nachschauen, ob alles Wasser
verdampft ist, jedoch auf keinen Fall umrühren. Ein sehr dekoratives
und schmackhaftes Hauptgericht, zu dem - in unseren Gefilden - ein
trockener Chablis nicht fehlen sollte.